Mittwoch, 10. Februar 2016

Erster Arbeitseinsatz auf der Zeiteninsel

Zum ersten Arbeitseinsatz in diesem Jahr gab es bereits viel zu tun:

Der kleine Acker für das Schulprojekt der Grundschule Niederweimar wurde für die Aussaat im März vorbereitet, die Gründüngung wurde untergearbeitet, Mist ausgebracht und dann die Ackerfläche umgegraben.

Auf der Insel war eine Gruppe den ganzen Tag damit beschäftigt dem „Halben Gaul“ (stumpfblättriger Ampfer) zu Leibe zu rücken, der sich im vergangenen Jahr explosionsartig vermehrt hatte. Einige Helfer versuchten die Pflanze mitsamt der langen Wurzel zu entfernen, während andere die Samenstände abschnitten, um diese dann gleich zu verbrennen.

Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt war das Umräumen aller Geräte und Materialien aus dem Bauwagen, der nun wieder als Aufenthaltsraum bei schlechtem Wetter dienen kann, in den neuen Materialcontainer. Da gab es Einiges zu entdecken. Nun ist alles gut strukturiert untergebracht.

Unsere Zimmermeister kümmerten sich mit ihren Helfern um eine neue Überdachung für die „Stockbrot“--Feuerstelle. Hier wurde ein neues Grundgerüst gebaut, was bei einem nächsten Arbeitseinsatz dann mit dem geernteten Reet gedeckt werden soll.

Mittags wurden wir, wie gewohnt, mit leckeren belegten Brötchen und Kuchen von unserer Catering-Dame verwöhnt.


Einige Spaziergänger nutzten das schöne Wetter, um auf der Zeiteninsel spazieren zu gehen und unsere Aktionen zu begutachten.


Es war ein wunderbarer Auftakt in die kommende Saison.
Danke an die vielen freiwilligen Helfer – es hat wieder einmal viel Spaß gemacht und wir haben einiges von der langen To-Do-Liste geschafft.


Bis zum nächsten Einsatz am 05. März!

Donnerstag, 21. Januar 2016

Ausstellung des Modells der Zeiteninsel im Wertehaus der Raiffeisenbank in Roth

Das von unserem Mitglied Torsten Jäger 2012 erstellte Modell der Zeiteninsel im Maßstab 1:220, wie Sie im Endzustand einmal aussehen soll, war lange Zeit im Rathaus in Niederweimar zu sehen, bevor es im letzten Jahr zunächst in der Hauptstelle der Sparkasse in Marburg und danach bis zur Jahreswende im Kreishaus ausgestellt wurde.




Nun steht das im Übrigen nach den neuesten Planänderungen überarbeitete Modell seit Anfang des Jahres im Kundenraum des Wertehauses der Raiffeisenbank in Weimar-Roth. Dort kann es zu den üblichen Geschäftszeiten besichtigt werden.

Der Raiffeisenbank danken wir für die freundliche Bereitschaft ganz herzlich.


Anschrift: Raiffeisenstraße 2, Weimar-Roth.

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Das vorweihnachtliche Geschenk

Nun ist endlich das eingetroffen, auf das wir seit Jahren gehofft und hingearbeitet haben. Das große Etappenziel auf dem Weg zur Realisierung unseres Freilichtmuseums.

Am 22.12. wurde der Bewilligungsbescheid des Landes Hessen über 4,78 Mio. Euro von Finanzminister Dr. Thomas Schäfer und Kunstminister Boris Rhein in einer feierlichen Zeremonie mit mehr als 50 geladenen Gästen übergeben.



Passend wurde dieser Anlass im Café Zeitlos in Argenstein begangen, denn das Café liegt direkt am Gelände der Zeiteninsel und ist schon jetzt ein sehr guter Nachbar. Dank an Herrn Eggersberg und sein Team für die Versorgung mit Speis und Trank!
Christian Tewordt, besser bekannt als „Quest“ begleitete den Festakt mit Klängen aus Dudelsack und Flöte.

Minister Boris Rhein führte in seiner Rede aus, dass es „ein guter Tag für das kulturelle Erbe Hessens“ sei und dass mit der Zeiteninsel ein „beeindruckendes Konzept“ entstanden ist, das durch viele Unterstützer getragen wird. Die Museumslandschaft in Hessen wird nach seiner Ansicht durch die Zeiteninsel bereichert.
Er übergab den Bewilligungsbescheid an Weimars Bürgermeister Peter Eidam, der in seiner Rede die kommunale Zusammenarbeit als herausragend betonte und ausführte, dass die Zeiteninsel bereits jetzt schon einen großen Bekanntheitsgrad erreicht habe.

Finanzminister Dr. Thomas Schäfer drückte in seiner Ansprache seine Verbundenheit mit der Zeiteninsel aus und erklärte, dass die Finanzierung auf einer soliden Basis steht, da die drei Gebietskörperschaften - Landkreis Marburg-Biedenkopf, Stadt Marburg und Gemeinde Weimar- sich am Aufbau und Betrieb der Zeiteninsel beteiligen.

Als kleines Dankeschön erhielten beide Minister eine Replik des bronzezeitlichen Angelhakens, der bei Ausgrabungen im Gebiet der Gemeinde Weimar gefunden und der zum Markenzeichen der Zeiteninsel wurde. 


Für Dr. Andreas Thiedmann war dieser Anlass sehr bewegend, denn auf diesen Moment haben er und seine Mitstreiter seit 17 Jahren hingearbeitet. Seine Erleichterung nun endlich diese Hürde genommen zu haben war für die Anwesenden spürbar: „Jetzt beginnt eine neue Epoche, es ist der Aufbruch in eine neue Zeiteninsel-Ära“, verkündete er.
Herr Thiedmann dankte neben den beteiligten Politikern und Vertretern der Körperschaften ausdrücklich den ehrenamtlichen, aktiven Unterstützern des Projektes und betonte, dass ohne ihre Mitarbeit das Projekt nicht so weit gekommen wäre.


Landrätin Kirsten Fründt maß dem Umstand große Bedeutung bei, wieviel Aufmerksamkeit die Zeiteninsel jetzt schon im Vorfeld erhalten habe. Jedes Jahr werde ein großes Publikum durch Veranstaltungen am Internationalen Museumstag und ähnlichen Anlässen auf die Zeiteninsel gezogen. Auch die Nachfragen von Schulen für die Zeiteninsel als außerschulischem Lernort zeigen, dass dieses Projekt Zukunft hat.

Im Anschluss an die Ansprachen ging es dann zu einer Grundsteinlegung der besonderen Art:
Kopien des Bewilligungsbescheides und der kommunalen Vereinbarung – die wichtigsten Dokumente der Zeiteninsel - wurden in einer Gefäßreplik aus der Zeit der Schnurkeramik versiegelt und dann unter großem Applaus von Bürgermeister Eidam unter „Anschubbeteiligung“ der übrigen Partner im Zeiteninsel-See deponiert.
Wir hoffen, dass unser Wasseropfer von den höheren Mächten angenommen wird und uns die Wege im kommenden Jahr geebnet werden, wenn es dann so richtig losgeht. 


Die Planungen für die erste Zeitstation der Rössener Epoche laufen bereits. Des Weiteren sollen zunächst der Bau des Parkplatzes und die Zuwegung zum Gelände realisiert werden. Außerdem steht die Ausschreibung zum Architekten-Wettbewerb für das Multifunktionsgebäude in den Startlöchern.

Bei einem leckeren Imbiss, zubereitet und serviert vom Zeitlos-Team, tauschten sich die Gäste in lockerer Atmosphäre aus und ließen diesen besonderen Anlass ausklingen.


Wir danken allen, die den langen Weg bis hierher mit uns gegangen sind und hoffen, dass Sie uns auch weiter auf dem Weg zu einem archäologischen Freilichtmuseum im Marburger Land begleiten werden.

Wir freuen uns auf die anstehenden Aufgaben in 2016. 

Dienstag, 15. Dezember 2015

Einladung zur Übergabe des Förderbescheides am 22.12.2015

Liebe Freunde und Förderer der Zeiteninsel!

Es ist uns eine große Freude, Ihnen zum Jahresausklang noch eine ganz besondere Veranstaltung ankündigen und Sie ganz herzlich dazu einladen zu dürfen.

Der Förderbescheid des Landes Hessen für das Archäologische Freilichtmuseum Zeiteninsel wird durch Staatsminister Boris Rhein (Wissenschaft und Kunst) und Staatsminister Dr. Thomas Schäfer (Finanzen)

am Dienstag, 22.12.2015 um 13:00 Uhr auf der Zeiteninsel, Treffpunkt Cafe Zeitlos

feierlich übergeben!

Darauf haben wir alle so ausdauernd hingearbeitet und nicht zuletzt auch Ihre anhaltende Unterstützung hat uns darin beständig ermuntert. Wir würden uns deshalb sehr freuen, wenn Sie Ihre Teilnahme an diesem schönen Ereignis ermöglichen und es gebührend mit uns feiern könnten.
Wir bitten um kurze Rückmeldung unter info@zeiteninsel.de.

Mit besten Grüßen
für alle Beteiligten

Dr. Andreas Thiedmann

(Vorstand  eG)

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Apfelernte auf der Zeiteninsel



Auf dem Gelände der Zeiteninsel stehen einige Apfelbäume, die teilweise voller Früchte hingen.

Es fanden sich auch in diesem Jahr wieder Interessierte, die gemeinsam die Äpfel ernteten und dann nach Niederweimar zu den „Erpressern“ http://www.die-erpresser.de zum Keltern brachten.

Hier werden die Äpfel direkt zu Apfelsaft verarbeitet, den man gleich mitnehmen kann.
Es ist interessant zuzuschauen, wie die eigenen Äpfel verarbeitet werden und den Prozess bis zum Saft durchlaufen.

Wir hatten eine gute Ernte von über 150 l Apfelsaft, wenngleich sie  auch um einiges geringer ausfiel als im letzten Jahr.

Der Apfelsaft wurde auf die angemeldeten Personen verteilt und wir freuen uns bereits auf die Ernte im kommenden Jahr.



Aber jetzt lassen wir uns erstmal den köstlichen Zeiteninsel-Apfelsaft 2015 schmecken.


Dienstag, 25. August 2015

Keramik-Grubenbrand auf der Zeiteninsel

 Am vergangenen Wochenende fand ein Grubenbrand auf dem Gelände der Zeiteninsel statt. In zwei Workshops hatten die Teilnehmer im Winter Keramik der verschiedenen Zeitstellungen, die im Lahntal gefunden wurden, nach Originalfunden nachgetöpfert.
Nun war es endlich soweit: alle brachten ihre Schätze mit und dann ging es los. Zuerst wurde eine Grube in den Boden gegraben, wobei darauf geachtet wurde, die Grassoden abzustechen, die später als Abdeckung verwendet werden sollten. Nachdem die Grube ca. 50 cm eingetieft worden war, wurde mit Hilfe von Markasit und Zunderschwamm, in Steinzeit Manier, ein Feuer entzündet, um den Boden der Grube vorzuwärmen. Nun wurden alle Gefäße am Rand der Grube aufgestellt und immer wieder gedreht, damit auch sie vorwärmen konnten. Das Feuer in der Grube wurde eine Stunde geschürt und  anschließend die glühende Kohle auf dem gesamten Boden der Grube verteilt. In einer kurzen Ruhephase ließen wir die Oberfläche des Glutbettes leicht abkühlen, bis man die Hand in etwa 25 cm Abstand kurz darüber halten konnte. Nun wurde aus Steinen und Tonscherben ein Unterbau für das Brenngut geschaffen damit die Gefäße nicht direkt mit der heißen Glut in Berührung kamen. Einige Gefäße wurden nun mit Heu gefüllt und mit anderen Gefäßen verschlossen, damit sie von innen eine schwarze Färbung annehmen können. Um Platz zu sparen stellten wir kleinere Gefäße in größere und schichteten alle Gefäße dann vorsichtig im Zentrum der Grube übereinander.
 
Am Rand der Grube legten wir vier kleine Erweiterungen an und fingen aus vier Richtungen an, die Grube langsam und vorsichtig zu befeuern. Über mehrere Stunden wurde in der Aufheizphase darauf geachtet, dass keine Flammen direkt mit den Gefäßen in Berührung kamen, dann wurde der Feuerkreis immer enger gezogen. Man konnte anhand der Färbung sehen, wie die Keramik auf die steigenden Temperaturen reagierte. Nachdem sich alle Gefäße durch das Entweichen des chemisch gebundenen Wassers verfärbt hatten, wurde das Feuer über eine Stunde richtig hochgeheizt. Das war eine heiße schweißtreibende Angelegenheit. Wir nutzten zum Befeuern was gerade bereit lag, dickere Buchenaststücke, aber auch viele dünnere Weidenäste. Da diese einen nicht sehr hohen Brennwert hatten, musste ständig nachgelegt werden und es entwickelte sich ein hohes Glut- und Aschebett. (Für den nächsten Brand werden wir gezielt geeigneteres dünnes Buchen-Leseholz zur Feuerung sammeln).

Nachdem abschließend mit aufgelegtem Reisig die größte Hitze (ca. 700 - 800 Grad) erreicht wurde, musste alles sehr schnell gehen: Auf die glühenden Gefäße wurde Gras und feuchtes Laub aufgelegt und während dieses qualmend ankohlte wurde die Grube vollständig mit Erde, Sand und den Grassoden bedeckt, so dass eine Art Meiler entstand. Diese Art des Brennens nennt man reduzierenden Brand. Ziel ist es eine schwarz gefärbte Keramik zu erhalten, indem man die Grube möglichst luftdicht abschließt und so dem Feuer den Sauerstoff entzieht. Dies führt zur Reduktion des im Ton enthaltenden Eisenoxids und zur Einlagerung von Kohlenstoff in die Keramik. Nun war die Arbeit für den heutigen Tag beendet, doch in der Grube ging der Prozess des Brennens weiter.

Am nächsten Abend trafen sich die Beteiligten wieder, um den Brand zu öffnen. Da es ausgiebig geregnet hatte, gingen wir davon aus, dass die Temperatur im Inneren sich bereits auf unter 400 Grad reduziert hatte, damit sich die Schwarzfärbung konstant hält.
Wir begannen mit dem Abräumen und merkten schnell, dass es im Inneren der Grube noch sehr heiß war. Aber Neugier und Ungeduld siegten und nach und nach wurden die Gefäße vorsichtig ausgegraben. Es zeigten sich einige interessante Farbspiele auf der Keramik.
Zum Glück hat der Gott des Feuers nur wenige Opfer verlangt und so konnten wir voller stolz das Ergebnis dieses Grubenbrandes präsentieren.

Wir freuen uns schon auf die Herstellung der nächsten Keramik und den darauffolgenden Grubenbrand, denn es ist immer wieder aufregend und spannend.


Vielen Dank an Susanne Gütter für Rat und Tat bei diesem Grubenbrand. Ihr Wissen um die Materie hat uns einen so schönen Erfolg beschert.

Sonntag, 9. August 2015

Eine nette Überraschung!

Unser langjähriges Mitglied im Förderverein Dr. Gerhard Eisel hat anlässlich seines 80. Geburtstages seine Gäste anstelle von Geschenken um Unterstützung des Projektes Zeiteninsel gebeten. 

Auf diesem Wege kamen 1150,-€ zusammen, die er nun dem Förderverein gespendet hat!
Dafür sprechen wir ihm auch auf diesem Wege noch einmal unseren allerherzlichsten Dank aus, verbunden mit unseren besten Glück- und Gesundheitswünschen für das nächste Jahrzehnt!